Anlässlich des 20-jährigen Bestehens blickte mobifair bei seiner Mitgliederversammlung in Fulda auf zwei Jahrzehnte Einsatz für faire Arbeitsbedingungen und einen gerechten Wettbewerb im Verkehrssektor zurück. Gleichzeitig stand die zukünftige Ausrichtung des Vereins und die Fortführung seiner Arbeit im Mittelpunkt.
In seinem Bericht zur Vereinsentwicklung erläuterte Dirk Schlömer, Vorsitzender des Vorstands, die anstehenden Veränderungen. Nach dem Ende der langjährigen Förderung durch den Fonds Soziale Sicherung muss sich mobifair organisatorisch und finanziell neu aufstellen. Künftig soll die Arbeit ehrenamtlich getragen werden. Recherchen, Tariftreue, die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Unternehmen sowie die Öffentlichkeitsarbeit bleiben zentrale Aufgaben. Die Umstellung ist für die Jahre 2027 und 2028 vorgesehen. Inhaltlich konnte Schlömer auf wichtige Erfolge verweisen, unter anderem bei der Tariftreue in mehreren Bundesländern und bei der Entwicklung des Bundestariftreuegesetzes. Auch die Ergebnisse des Langzeitprojekts sollen in die weitere Arbeit einfließen. Sein Fazit: „Die Arbeit für mobifair wird auch nie aufhören.“
Einen eindrucksvollen Rückblick auf die Recherchearbeit der vergangenen 20 Jahre gab Helmut Diener. Er berichtete von aufgedeckten Missständen bei der Lokführerausbildung, im Güter- und Fernbusverkehr sowie von fragwürdigen Arbeitsbedingungen und unzureichenden Kontrollen. Auch aktuelle Fälle, bei denen ausländische Lokführer offenbar durch Unternehmen und Vermittler ausgenutzt werden, beschäftigen den Verein. Für die Zukunft soll das Netzwerk aus Vertrauenspersonen, Informanten und Unterstützern weiter ausgebaut werden. Dieners Appell an die Mitglieder: „Das geht nicht ohne euch.“
EVG-Vorsitzender Martin Burkert würdigte mobifair als wichtige Stimme gegen Lohn- und Sozialdumping und sprach sich ausdrücklich für den Erhalt der Vereinsarbeit aus. Auch Matthias Rohrmann und Kristian Loroch unterstrichen die Bedeutung des langjährigen Engagements für Arbeitnehmerrechte und soziale Standards.
Bei den Wahlen wurde Reiner Bieck als Vorsitzender des Präsidiums bestätigt. Peter Henke übernimmt künftig das Amt des Stellvertreters. Björn-Markus Gerlach, Anna Gmeiner, Simone Hennig, Matthias Rohrmann, Michael Stagen und Karsten Ulrichs komplettieren das Präsidium.
Die Versammlung machte deutlich: Die Rahmenbedingungen verändern sich, doch der Einsatz für faire Arbeit, soziale Standards und einen gerechten Wettbewerb im Verkehrssektor bleibt unverzichtbar.
REINER BIECK
MITGLIEDERVERSAMMLUNG
MARTIN BURKERT
DIRK SCHLÖMER
HELMUT DIENER
VERABSCHIEDUNG HEINO SEEGER
DAS NEUE PRÄSIDIUM MIT VORSTAND. V. L.: MICHAEL STAGEN, HELMUT DIENER, ANNA GMEINER, BJÖRN-MARKUS GERLACH, SIMONE HENNIG, REINER BIECK, KARSTEN ULRICHS, DIRK SCHLÖMER UND PETER HENKE
KRISTIAN LOROCH


